Besondere Unterrichtsformen

Selbst Organisiertes Lernen (SOL)

Die Förderung des selbst organisierten Lernens (SOL) ist eines der zentralen Bildungsziele am Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler sollen darauf vorbereitet werden, sich im Studium und danach im Beruf eigenständig neues Wissen zu erarbeiten, dieses zu reflektieren und bewusst einzusetzen.

Im Rahmen von SOL wird die Fähigkeit, eigenständiges Lernen und Arbeiten in grösseren Einheiten zu meistern, Schritt für Schritt eingeübt. Dabei wird den Schülerinnen und Schülern mit fortgeschrittener Lernerfahrung grössere Selbständigkeit und somit grösserer Gestaltungsspielraum zugestanden. Selbständiges Lernen und Arbeiten im Kleinen gehört selbstverständlich in allen Fächern zum Schulalltag. Darauf aufbauend werden auf allen Stufen SOL-Sequenzen mit steigender Komplexität durchgeführt. Wir gliedern dies wie folgt:

Unterstufe: In den ersten und zweiten Klassen werden die Lerngelegenheiten für SOL insbesondere in vorgegebenen Zeitgefässen und eng betreut von Lehrpersonen angeboten. Auf diesen Grundlagen wird im Anschluss im Fachunterricht aufgebaut:

  • 1. Klasse: Portfolio Lern- und Arbeitstechniken
  • 2. Klasse: Naturwissenschaftliche Themenwoche

Oberstufe: In den dritten, vierten, fünften und sechsten Klassen durchlaufen die Schülerinnen und Schüler spiralförmig zahlreiche Lerngelegenheiten für SOL, die sich im Anspruchsniveau und Komplexitätsgrad steigern. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • 3. Klasse: SOL-Projekt im Rahmen der Semaine Romande
  • 4. Klasse: Kleinere selbstständige schriftliche Arbeiten im Fachunterricht oder in den Übungen
  • 5. Klasse: Musische Semesterarbeit
  • 6. Klasse: Maturitätsarbeit

Mehr Details zu SOL finden Sie in der downloadbaren Broschüre.

Naturwissenschaftliche Themenwoche

Die naturwissenschaftliche Themenwoche wird im ersten Semester der 2. Klasse (parallel zu den Sonderwochen) durchgeführt. Sie widmet sich einem spezifischen naturwissenschaftlichen Thema, das zusammen mit einem anderen Fach interdisziplinär angegangen wird und die Relevanz der naturwissenschaftlichen Perspektive auch für andere Fächer sichtbar macht.

Semaine Romande

Zu Beginn der dritten Klasse fahren unsere Gymnasiastinnen und Gymnasiasten eine Woche ins Welschland und erhalten so die Möglichkeit, ihre Französischkenntnisse anzuwenden. Durch Interviews oder Begegnungen mit welschen Kollegen und Kolleginnen erfahren sie, dass sie nach zwei Jahren Französisch-Unterricht auf der Mittelstufe bereits recht gut mit der Sprache zurechtkommen. Die Semaine Romande soll auch eine Brücke zur Suisse Romande schlagen.

Ganz wichtig ist zudem der soziale Faktor: Die Schülerinnen und Schüler in den neu zusammengesetzten Klassen lernen sich rascher kennen und fühlen sich schneller wohl in ihrer neuen Gemeinschaft.

Übungen

Durch Bearbeitung besonderer Problemstellungen erweitern und vertiefen die Übungen die im Normalunterricht gewonnenen Kenntnisse und vermitteln vor allem Einsicht in die Denk- und Arbeitsmethoden des betreffenden Fachs. Sie schulen die Flexibilität in der Informationsverarbeitung und geben Gelegenheit zu selbständiger Arbeit und Teamarbeit. Sie bereiten damit auf die Bewältigung der Maturitätsarbeit vor. Zusammen mit dem Schwerpunktfach und dem Ergänzungsfach gestatten sie, gemäss persönlichen Interessen spezielle Bildungsakzente zu setzen.

Die Übungen werden im Frühlingssemester der 4. Klasse und im Herbstsemester der 5. Klasse durchgeführt. Pro Semester hat der Schüler/die Schülerin eine Doppelstunde Übungen zu belegen. Die Übungsthemen werden grundsätzlich in Absprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festgelegt. Die Verteilung der angebotenen Fächer auf die beiden Semester gestaltet sich wie folgt:

Frühlingssemester der 4. Klasse: Deutsch, Französisch, Latein, Geographie

Herbstsemester der 5. Klasse: Geschichte, Englisch, Mathematik, Physik,
Italienisch, Spanisch, Russisch, Griechisch

Kulturgeschichtliche Exkursionen

Eine kulturgeschichtliche Exkursion von drei Tagen wird in einer oberen Klasse des Gymnasiums im Klassenverband organisiert und von zwei Lehrkräften begleitet. Die Exkursion soll in eine kulturgeschichtlich interessante Region oder Stadt führen und den Schülerinnen und Schülern zeigen, wie Reisen sinnvoll vorbereitet werden können. Die Schülerinnen und Schüler sind nach Möglichkeit mit selbständig vorbereiteten kulturgeschichtlichen Führungen zu betrauen.

Fachwoche

Im Lauf der Schulzeit wird eine Fachwoche pro Klasse – normalerweise an einem auswärtigen Standort – als Unterrichtsveranstaltung im Klassenverband durchgeführt und von zwei Lehrkräften begleitet. Sie ist der Konzentration auf zwei Fächer gewidmet, kann interdisziplinär gestaltet werden und das Umfeld des Standorts in geeigneter Weise miteinbeziehen.

Studientage

Studientage werden nach Ermessen der Schulleitung für die Klassen einzelner Jahrgänge angesetzt. Es sind klassenübergreifende, in der Regel am Schulstandort durchgeführte Unterrichtsveranstaltungen, die ein politisches, wirtschaftliches, kulturelles oder wissenschaftliches Thema aufgreifen und für die externe Referenten beigezogen werden können.

Maturitätsarbeit

Mit der Maturitätsarbeit soll der Schüler/die Schülerin zeigen, dass er/sie gelernt hat, verschiedene Arbeitsweisen zu kombinieren, Informationsverarbeitung sinnvoll zu bewältigen und den Arbeitsablauf von der Wahl des Themas über die Bearbeitung bis zur Zusammenfassung und Präsentation der Ergebnisse selbständig zu gestalten. Die Maturitätsarbeit vermittelt Erfahrungen im Untersuchen einer Fragestellung und Erarbeiten einer Problemlösung. Sie bereitet auf Arbeitsweisen vor, wie sie an der Hochschule praktiziert werden. Zur Durchführung der Maturitätsarbeit sind das spezielle Reglement und die Merkblätter der Schule zu beachten.

Fachgebundene spezielle Unterrichtsformen

  • Für bestimmte Fächer lehrplanmässig festgelegte spezielle Unterrichtsformen wie Praktika, Fachexkursionen, Aufsatzbesprechungsstunden u.a. werden im Lehrplan der betreffenden Fächer erläutert und entsprechend realisiert.
  • Ein Fachtag oder allenfalls Fachhalbtag ist eine normalerweise an einem Tag angesetzte, im Klassen- oder Halbklassenverband als Blockunterricht durchgeführte Unterrichtsveranstaltung, welche die konzentrierte Behandlung eines Fachthemas oder eines interdisziplinären Themas ermöglicht. Ein Fachtag bzw. Fachhalbtag ist von der Lehrkraft des betreffenden Fachs bzw. von den Lehrkräften der Fächerkombination zu beantragen und wird von der Schulleitung unter Berücksichtigung der anderweitigen Belastung der betreffenden Klasse durch Sonderveranstaltungen bewilligt.