Gleiche Zielsetzung - unterschiedliche Projekte

Bis Ende November müssen die Gymnasien dem kantonalen Mittelschulamt ein Konzept einreichen, das festhält, wie sie ab dem Schuljahr 2010/2011 das Projekt Selbstorganisiertes Lernen (SOL) umsetzen werden. Mit SOL will der Kanton die überfachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler stärker fördern. Die Kantonsschulen Rychenberg und Im Lee haben ihre Projektpapiere bereits durch den jeweiligen Schulkonvent verabschiedet. In der Kantonsschule Büelrain findet der entsprechende Konvent am 19. November statt. Schon jetzt zeigt sich, dass die Schulen ihre Autonomie nutzen und das SOL-Projekt unterschiedlich umsetzen wollen.

Die Kantonsschule Rychenberg will zusätzlich zur Maturaarbeit (5. und 6. Jahr) und der Vermittlung von Lerntechniken (1. Jahr) eine Portfolioarbeit (das Führen eines Journals, 2. Jahr) sowie eine selbstständige schriftliche Arbeit (4. Jahr) einführen. Zudem sollen verschiedene SOL-Inputs in den Unterricht integriert werden, welche die verschiedenen Lehrpersonen einer Klasse in einem Konvent (3. Jahr) koordinieren. Der Ansatz zielt darauf ab, minimal in die Gestaltungsfreiheiten der Lehrer einzugreifen.

Die Kantonsschule Im Lee verteilt das SOL-Projekt auf die ersten drei von vier Jahren, und zwar in einer für alle Klassen gleichen Abfolge von Fächern. Die Projekte in den Fächern dauern ein Quartal und sind von zunehmender Komplexität. Die Fachschaften erarbeiten wie im Rychenberg ein Set von Unterrichtseinheiten. Diese sind im Lee aber verbindlicher.

Ein Selbstlernsemester, wie es etwa die Kantonsschule Wetzikon kennt, ist in keiner der beiden Schulen vorgesehen. Beide Projekte müssen noch vom Bildungsrat genehmigt werden. (mcl)