Schüler fühlen Politikern auf den Zahn

An der Kanti Rychenberg haben sich Kandidierende für den Stände- und den Nationalrat den Fragen von Gymischülern gestellt.

Mit den Ständeratskandidierenden Ueli Maurer (SVP), Chantal Galladé (SP), Kathy Riklin (CVP), Daniel Vischer (GP), Verena Diener (GLP) und Markus Wäfler (EDU) sowie Maja Ingold (EVP) und Ruedi Noser (FDP), die in den Nationalrat wollen, hatte sich eine illustre Runde auf dem Podium eingefunden. Die Veranstaltung musste jedoch in zwei Teilen durchgeführt werden: Ein Teil der Parlamentarier erschien zu spät. In der Aula stellten sich die Politiker den Fragen eines Moderationsteams. Nathalie Schreiber und Matthias Rikenmann, die beide das sechste Gymi besuchen, gingen zielstrebig zur Sache.

Im Zentrum standen die Jugendprobleme. Ingold konstatierte zwar eine höhere Gewaltbereitschaft, glaubte aber nicht, dass die Jugendgewalt generell zugenommen habe: «Wahrscheinlicher ist, dass mehr Opfer von Gewalttaten den Mut zu einer Anzeige haben.» Während Wäfler die Jugend als Spiegelbild der Erwachsenenwelt bezeichnete und zerrüttete Familienverhältnisse für die Jugendgewalt verantwortlich machte, wies Noser darauf hin, dass Gewalt ganz real in den Nachrichtensendungen stattfinde. Diener stellte nicht nur bei den Jugendlichen, sondern generell eine höhere Gewaltbereitschaft fest. Sie sagte des Weiteren, dass das Rauschtrinken hohe Kosten nach sich ziehe, die die Steuerzahlenden zu berappen hätten.

Harte Sanktionen gefordert

Chantal Galladé sagte, dass nur ein kleiner Teil der Jugendlichen mit dem Gesetz in Konflikt komme. Bei schweren Straftaten forderte sie ein härteres Durchgreifen, kombiniert mit einer Therapie. Maurer attestierte den Jugendlichen eine hohe Leistungsbereitschaft, verlangte aber harte Sanktionen bei schweren Straftaten wie Tötungsdelikten: «Es muss möglich sein, eine Ausweisung in die Wege zu leiten.» Vischer sprach sich für effizientere Integrationsmassnahmen aus: «Es ist kein Zufall,

dass weitaus mehr Schweizer Jugendliche später eine universitäre Ausbildung absolvieren als etwa Jugendliche, die aus dem Kosovo stammen.» Sukkurs erhielt er von Riklin, die davor warnte, nicht so lange zuzuwarten, bis Jugendliche schliesslich

straffällig werden. Schade an der Veranstaltung war, dass die Themenpalette nicht breiter abgesteckt war. Klimaveränderung, Verkehrsprobleme oder die Überalterung unserer Gesellschaft kamen so nicht zur Sprache. (cl)